Pilatus B4 PC11 AF Skepsis machte sich breit, als Markus Köberl den Gedanken äußerte, für das Fliegerlager 2003 die Pilatus B4 von der Flugsportgruppe Habicht aus Langenlebarn zu »engagieren«.Fragen wie »Brauchen wir denn überhaupt noch einen Flieger?« oder »Wo sollen wir die B4 einstellen?« schienen das Projekt in Sand verlaufen zu lassen. Doch nach Gesprächen mit einigen Vereinsmitgliedern, entschlossen wir uns letztendlich doch dazu, das Blechflugzeug aus »Lale« zu holen.

Und siehe da: Am Ende des Fliegerlagers, wo seit langem wieder einmal beinahe die ganzen 2 Wochen ideale Segelflugbedingungen herrschten, waren stolze 25 Flugstunden im Bordbuch der OE-5109 dokumentiert. Vom »blutigen« Anfänger über Streckenflieger bis zu unseren alten Hasen: Jeder war von den Eigenschaften dieses Fliegers eindeutig überzeugt. Und das sollte erst der Beginn sein …

Bereits vor dem nächsten Groß-Event, nämlich dem Fliegerlager in Siofok im Juli 2003, tauchte die Frage auf, ob wir nicht die Langenlebarner B4 auch nach Ungarn wieder mitnehmen könnten. Dank der guten Zusammenarbeit mit Gerhard Mayerhofer, dem Obmann der FSG Habicht, war auch das möglich. Und einmal mehr konnte die B4 zeigen, was in ihr steckt, ob dies nun Thermikfliegen oder Kunstflug ist. Insgesamt flogen die Mannen aus LOXA wieder über 20 Stunden.

Das große »Griss« nach der B4 brachte letztendlich den Stein ins Rollen: Nämlich auch Manfred Stocker, unser ehemaliger Obmann, war begeistert von der B4 und erklärte sich bereit, den Verein bei einer Anschaffung finanziell zu unterstützen. Und das war nun wirklich eine gute Nachricht, oder? …;-)

Nun begann Andi Haiders Part, nämlich die Suche nach einem geeignetem Flugzeug …… und endete schon bald wieder in Niederöblarn. Dort stand sie nämlich, die B4, die wir suchten. Eine ungetönte Haube sollte sie haben, nicht zu viele Stunden auf dem Buckel, und nicht geprägt von Kunstflug sollte sie sein. All diese Kriterien erfüllte das Flugzeug, zudem ist sie in der typischen rot-weißen Kunstflugbemalung lackiert und wurde 1998 von Dietmar Poll in der Schweiz grundüberholt.

Die Begutachtung von Manfred selbst und das technische OK von unserem Wart Werner Sölle fixierten den Kauf. Bereits eine Woche später, mittlerweile mit einem kleinen optischen »Up-date« versehen, schwebte Manfred selbst Mitte September 2004 in Aigen mit »unserer« Sierra Oskar ein.

Dann begannen die ersten Tests, und Freude kam auf. Zusätzlich zu den guten Akro-Eigenschaften stellte sich heraus, dass dieser Flieger so perfekt wie kaum ein anderer an unserer Winde hängt. Auch bei Windstille waren Ausklinkhöhen von über 450 m zu erreichen, selbst im Winter bei 20 cm Schnee – einfach genial!!!

»Geil, wie die geht!«; »Fliagt wie a kloana Blanik, oafoch super!«, war immer wieder zu hören.

Die Windentauglichkeit macht den Betrieb gegenüber z.B. Kunststoffliegern an unserer Winde unkompliziert. Ein Flieger für Kurt, wörtlich: »Aus Blech wie der Blanik und genug Platz zum sitzen – das hat Sinn«
Rundum ein gelungener Flieger mit sehr viel Erlebniswert für unseren Verein.

Für die Zukunft möchten wir unsere OE-0965 mit Logger für den Streckenflug ausrüsten und damit natürlich viele, viele Stunden fliegen!

Markus Köberl

Eine Beschreibung von Elsia und Johannes:
Zuerst wollen wir unserem „Altobmann“ für das Sponsoring dieses wunderschönen Flugzeugs nochmals danken.
Dieser kleine Ganzmetall-Einsitzer hat sich in unserem Verein mehr und mehr zum Allround-Flugzeug entwickelt. Mit diesem Flugzeug lässt sich so einiges manchen: Egal ob man damit Strecken – oder Kunstfliegen will, die B4 macht überall ein gutes Bild. Auch der Sitzkomfort lässt keine Wünsche offen. Leider hat unser Vollacro-taugliches Flugzeug kein einziehbares Fahrwerk aber dennoch können wir auf den Besitz dieses Flugzeugs besonders stolz sein.

Technische Daten zur B4:

Erstflug: 1972
Klasse: Club
Spannweite: 15 m
Länge: 6,57 m
Leergewicht: 230 kg
max. Startgewicht: 350 kg
Höchstgeschwindigkeit: 240 km/h