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Flugsportgruppe Grimming |
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| Gründerjahre 1964 und 1965: |
1964
Am 16. Juni 1964 um 16.10 Uhr erfolgte die Gründungsversammlung der FLUGSPORTGRUPPE GRIMMING




Zweck des Vereines / Sinn und Aufgabenbereich der Flugsportgruppe Grimming
Um flugbegeisterte junge Männer, die nicht unmittelbar zum
fliegenden Personal eingeteilt werden können, trotzdem für die
Luftstreitkräfte zu gewinnen und um grundsätzlich das Interesse für die
verschiedenen Gebiete des Flugwesens auch bei den Bundesheerangehörigen
aller Waffengattungen zu wecken und zu vertiefen und so die
Voraussetzungen für eine verständnisvolle Zusammenarbeit zu schaffen,
ist es notwendig, einem größeren Personenkreis, als es die Gruppe des
militärischen fliegenden Personals darstellt, das Fliegen selbst und
die Teilnahme am Flugbetrieb zu ermöglichen.
Nach der behördlichen Genehmigung des Vereines »FLUGSPORTGRUPPE
GRIMMING« von seiten der Sicherheitsdirektion Graz galt es, unter den
Heeresangehörigen am Fliegerhorst Aigen/E. entsprechend Mitglieder
anzuwerben, um durch die Mitgliedsbeiträge eine bescheidene finanzielle
Basis zu schaffen, sowie auch eine entsprechende Anzahl von
Flugschülern anzuwerben.
Am 23. Oktober 1964 legt Manfred Stocker die Fluglehrerprüfung in
Wien-Donauwiese ab. Somit steht der Flugsportgruppe Grimming ein
Fluglehrer zur Verfügung.
1965
Gemäß Verordnung der Heeres-Flugsport-Vereinigung im Bundesministerium
für Landesverteidigung in Wien wurden im Sommer 1965 die Segelflugzeuge
zugeteilt.
Die Flugsportgruppe Grimming sollte ein zweisitziges Segelflug zeug der
Type MG 19 440 von der Flugsportgruppe Kondor aus Zeltweg bekommen. Gfr
Manfred Stocker und VB Ernst Hummerlechner machten sich mit einem Kfz
mit Anhänger auf den Weg nach Zeltweg, um das zugewiesene Segelflugzeug
abzuholen. Aber Herr Olt Fally weigerte sich, das Flugzeug abzugeben,
so kamen die beiden Abholer unverrichteter Dinge wieder nach Aigen.
Ein Telefonanruf durch den Schriftführer VB Schiestl an Herrn Dr.
Geusau im Ministerium brachte Wind in die Sache. Bereits am nächsten
Tag landete das zugewiesene Segelflugzeug in Aigen und Herr Olt Fally
übergab bereitwilligst das Segelflugzeug mit den dazugehörenden
Papieren.
Der erste Start mit dem Schulflugzeug MG 19 erfolgte sodann am 17. August 1965 mit den Piloten Hummerlechner-Stocker.
Als sehr umsichtiger Technischer Wart fungierte Prüfmeister Ernst
Hummerlechner sen., welcher dafür sorgte, dass die Flugzeuge ein
ansehnliches Aussehen bekamen und stets einsatzbereit waren.

Ernst Hummerlechner sen. mit dem ersten Segelflugzeug MG 19
Die erste Seite des Hauptflugbuches der Flugsportgruppe Grimming geführt von Schriftführer Rudolf Schiestl:

Im September erfolgte die Zuweisung eines »GRUNAU-BABY« 0E-0251 durch
HFV. Im Oktober erfolgte die Zuweisung einer »MG 19« durch HFV.
Ein »GRUNAU-BABY« wurde von der »Union-Alpensegelflugschule« leihweise zur Verfügung gestellt.

Auch Franz Burian freut sich über das erste Schulflugzeug MG 19
Regsamer Schulbetrieb
Mit Fluglehrer Manfred Stocker begann in der folgenden Zeit ein sehr
regsamer Schulbetrieb mit 475 durchgeführten Starts bis 29. Oktober
1965. Den ersten Alleinflug absolvierte OStv Franz Ertl. In
dankenswerter Weise sind bei dienstlicher Verhinderung des Fluglehrers
Manfred Stocker auch die Fluglehrer der »Union- Alpensegelflugschule«,
Josef Fuchs, Pit van Husen, Harro Wödl, Cellnigg und Stolle
eingesprungen. Auch die Seilwinde wurde anfänglich von der »Union-Segelflugschule« zur Verfügung gestellt.
Bedrohliche Zwischenfälle sind in dieser Zeit der Anfänge leider nicht
ausgeblieben. Durch schnelles Reagieren konnte der Flugschüler Rudolf
Schiestl beim Ausfall der Seilwinde in der kritschen Höhe von 40 Metern
einen Absturz verhindern, indem er das Seil sofort ausklinkte und die
Maschine abwärts drückte um sicher zu landen.
Doch nach einigen Wochen kam es leider anders.
Beim zweiten Alleinflug kam beim Landeanflug heftiger Gegenwind auf,
wodurch auch das ungewohnte Flugverhalten des Grunau-Baby gegenüber der
MG 19 dazu führte, daß ein knapp vor dem Flugfeld aufgestellter
Weidezaun aus Stacheldraht zum Verhängnis wurde.
Das Flugzeug wurde zwar fast unbeschadet gelandet, aber der
Stacheldraht hat dem Piloten arg zugesetzt. Die Folge war ein
Spitalaufenthalt von drei Wochen.
Aber einige Wochen später wurde dem Grunau-Baby der Garaus gemacht. Der
Flugschüler Rudolf Pilz kam beim dritten Alleinflug nach dem Ausklinken
des Seiles ins Trudeln und schlug 200 Meter ostwärts vom Flugplatz auf.
Das Grunau-Baby ging gänzlich zu Bruch, aber wie durch ein Wunder
verließ der Pilot unbeschadet die Absturzstelle.

Die sterblichen Überreste des »Grunau-Baby«
Nach alter Fliegertradition wird nach bestandener Prüfung
das Sitzfleisch des Segelfliegers gefestigt.


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